Wolfgang Liebeneiner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Regisseur und Schauspieler

    geboren: 6. Oktober 1905 in Liebau, Schlesien gestorben: 29. November 1987 in Wien


    Theaterausbildung, 1928 an den Münchener Kammerspielen, 1936 am Staatlichen Schauspielhaus Berlin. Ab 1931 war Liebeneiner zugleich als Filmschauspieler tätig (u. a. in "Liebelei", 1932) und führte ab 1937 auch Regie. 1938-45 leitete er als Professor die Filmakademie in Babelsberg und war 1942-45 Produktionschef der Ufa. Seine Unabhängigkeit bewies er, als er 1941 trotz Goebbels-Verbot an der Beerdigung des Kollegen Gottschalk teilnahm. Liebeneiner wurde nach dem Krieg vorgeworfen, mit seinen Filmen der nationalsozialistischen Propaganda in die Hände gearbeitet zu haben: Insbesondere die heroischen Filme "Bismarck" (1940) und "Die Entlassung" (1942) hätten im Dienst des Führerkults gestanden, während "Ich klage an" (1941) eine Rechtfertigung des Mordprogramms der Euthanasie gewesen sei. Liebeneiner, der nach 1945 zusätzlich mit seiner zweiten Frau Hilde Krahl (* 1917) seine Arbeit bruchlos fortsetzte (u. a. "Liebe 47", 1948; "Die Trapp-Familie", 1958; "Götz von Berlichingen", 1978), wies diese Vorwürfe zurück und sah in seinem Bismarck-Streifen die umgekehrte Deutung: Hitler als Zerstörer des Einigungswerks. In seinem angeblichen Euthanasie-Film habe er nur für das Recht auf den eigenen Tod gestritten, zu dem er weiter stehe.