Wunderwaffen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (volkstümlich-spöttisch Wuwa abgekürzt), propagandistische Sammelbezeichnung für neu entwickelte deutsche Waffen oder Kampftechniken, die 1943-45 die Kriegswende zugunsten Deutschlands herbeiführen sollten. Das Schlagwort von den Wunderwaffen war von Goebbels als Antwort auf die verbreitete Angst vor der alliierten Materialüberlegenheit ausgegeben worden: Was der Gegner an Masse bringe, gleiche deutscher Erfindergeist durch Qualität aus. Unter Wunderwaffen, die in dieser propagandistische Strategie der (Ver-)Tröstungen eine Rolle spielten, verstand man in erster Linie die Flugbombe V 1, eingesetzt seit Juni 44, und die Fernrakete V 2 (V = Vergeltung), die Anfang September 44 erstmals gegen England abgeschossen wurde und gegen die es wegen ihrer Überschallgeschwindigkeit keine Abwehrmöglichkeit gab. Als Wunderwaffe apostrophiert wurden zudem die Düsenjäger Messerschmitt Me 262, der "Volksjäger" Heinkel He 162, der ebenfalls mit Düsentriebwerk arbeitete, Kleinkampfmittel der Kriegsmarine wie Sprengboote, Einmanntorpedos, Kleinst-U-Boote, dazu Ferngeschütze wie das "Fleißige Lieschen" (150 km Reichweite), Bordraketen wie R4M (R = Rakete, 4 = 4 kg, M = Minenkopf), Rammjäger des "Sonderkommandos Elbe" nach Kamikaze-Vorbild u. a. Selbst die Panzerfaust wurde als "Volks-Wunderwaffe" angepriesen. Alle Wunderwaffen vermochten nicht einmal den alliierten Sieg nennenswert zu verzögern, geschweige denn das Kriegsglück zu wenden.