Wunschkonzert

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (für die Wehrmacht), die wohl populärste Unterhaltungssendung des deutschen Rundfunks im Zweiten Weltkrieg in Fortsetzung des Wunschkonzerts für das Winterhilfswerk (WHW), Moderator: Heinz Goedecke, Erstsendung: 1. 10. 39, ausgestrahlt jeden Sonntag 16-20 Uhr aus dem Großen Sendesaal in Berlin, Motto: "Die Front reicht ihrer Heimat jetzt die Hände, die Heimat aber reicht der Front die Hand." Unter Musikumrahmung wurden im Wunschkonzert Wünsche, Grüße und Nachrichten zwischen Soldaten im Feld und Angehörigen zu Hause ausgetauscht, oft erster Kontakt seit längerer Zeit. Das Wunschkonzert stellte natürlich vornehmlich heitere und gute Botschaften heraus, so etwa das "Geburtenregister", aus dem nach einleitendem Babygeschrei mancher Landser von Vaterfreuden erfuhr. Gleichzeitig transportierte das Wunschkonzert, gestaltet mit renommierten Künstlern, Spendenaktionen für Soldaten, Notfälle oder Winterhilfswerk. Beliebt war die musikalische Mischung des Wunschkonzerts aus Klassik, Schnulzen, Heimat- und Marschliedern; Hits: "Erika", "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" u. a. Der Zweck der streng zensierten Live-Sendung - im Notfall konnte ein Zensuroffizier eine technische Panne auslösen - zielte auf Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. Dass man damit Erfolg hatte, belegte eine SD-Meldung vom April 40, wonach das Wunschkonzert "Tausenden das Erlebnis der Volksgemeinschaft" wachrufe.

    "Wunschkonzert" hieß auch eine vielfach ausgezeichnete Film-Romanze von 1940 mit Ilse Werner und Carl Raddatz.