Youngplan

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 7. 6. 29 unterzeichnetes Programm zur Regelung der Reparationen, die das Deutsche Reich aufgrund des Versailler Vertrags an seine ehemaligen Kriegsgegner zu leisten hatte. Der den Dawesplan von 1924 ersetzende Youngplan, ausgearbeitet von einer am 9. 2. 29 in Paris unter dem Vorsitz des amerikanischen Bankiers Owen D. Young (1874-1962) eröffneten Sachverständigenkonferenz mit deutscher Beteiligung (Delegationsleiter Schacht), abschließend beraten auf zwei Konferenzen im Haag (6.-31. 8. 29 und 3.-20. 1. 30) und rückwirkend am 1. 9. 29 in Kraft getreten, legte die Gesamthöhe der Reparationen des Deutschen Reichs auf 34,5 Milliarden RM fest, zu bezahlen in 59 Jahresraten (d. h. bis 1988). Zur Abwicklung der Zahlungen wurde die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich geschaffen.

    Mit dem Youngplan waren die Aufhebung der alliierten Kontrollen der deutschen Wirtschaft und die vorzeitige Beendigung der Rheinland-Besetzung (bis 1930) verbunden. Nachdem das Deutsche Reich unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise schon am 1. 7. 31 seine Reparationszahlungen einstellen musste, wurde der Youngplan durch das Lausanner Abkommen vom 9. 6. 32 formell aufgehoben. Wichtiger als die wirtschaftliche war so die innenpolitische Bedeutung des Youngplans: Das von der "nationalen Opposition" (NSDAP, DNVP und Stahlhelm) initiierte Volksbegehren gegen den Youngplan (mit 4,1 Millionen knapp erfolgreich) machte die NSDAP und Hitler in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit bekannt, auch wenn der anschließende Volksentscheid am 22. 12. 30 (mit 5,8 Millionen Stimmen) scheiterte.